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Sahara Abenteuerhandbuch

Sahara Abenteuerhandbuch

Excerpt:
PISTEN


VORWORT | REISEZIELE UND REISEZEITEN | ZWEI, VIER AND SECHS WOCHEN | PISTEN | REISEROUTEN


Das franzˆsische Wort f¸r ÑSpurî hat sich als Bezeichnung f¸r Off-Road-Touren in der Sahara durchgesetzt. Aber was sind eigentlich Pisten?

Fast alle der heutigen Routen in der Sahara waren fr¸her Handelsstraflen. Wie alle Straflen dieser Welt verbinden sie grofle Siedlungen oder wirtschaftlich wichtige Knotenpunkte miteinander, die einst in der N‰he einer verl‰sslichen Wasserquelle – der Ursprung einer jeden Siedlung – gebaut wurden.

Als die Sahara nach der Jungsteinzeit immer trockener wurde, folgten die Routen der Karawanen den Brunnen und gingen damit den Weg des geringsten Widerstandes, ‰hnlich wie die heutigen Autobahnen. ÑDer geringste Widerstandî bedeutet in der Sahara, dass man die grˆï¬‚eren Sandmeere, die sich meist ¸ber mehrere hundert Kilometer erstrecken, vermeidet und einsame Berggegenden, wo mit ‹berf‰llen gerechnet werden muss, mˆglichst umgeht. Eine Ausnahme bildet die Salz-Karawanen- route im Niger zwischen Bilma und Agadez. Diese anstrengende Strecke durch den Erg von Bilma, ohne Weideland und mit nur wenigen Brunnen, ist auch heute noch von wirtschaftlicher Bedeutung.

Die Hauptpisten verlaufen jedoch in der Regel in flachem, offenem Gel‰nde. Sie verbinden eine Oase mit der anderen und f¸hren in mˆglichst gerader Linie vom S¸den bis zum Norden der Sahara. Dieses Straflennetz wird durch kleine Querpisten erg‰nzt, von denen einige erst in den letzten Jahren von Planierraupen f¸r verschiedene Mineralexpeditionen angelegt wurden. Einige Hauptpisten sind nun geteert, aber falls Sie eine Nord-S¸d-Durchquerung der Sahara planen, m¸ssen Sie darauf vorberei-tet sein, einen Teil der Strecke auf Sand fahren zu m¸ssen. Dies macht eine Sahara-Durchquerung zu einer richtigen Heraus-forderung. Vom Ende der Asphaltstrafle im S¸den Algeriens bis nach Arlit im Niger sind es weniger als 500 km; die ungeteerte Strecke von der s¸dlichen Spitze der Westsahara bis Nouakchott oder At‚r in Mauretanien ist ungef‰hr genauso lang.

Kriege, der Untergang der alten W¸stenreiche, die Ausbreitung des Bandenwesens sowie die Errichtung mo-derner Grenzen haben einige Routen heute in Vergessenheit geraten lassen oder undurchquerbar gemacht. Die ber¸hmte ëTimbuktu 52 joursí-Karawanenroute, die heute noch in Zagora im S¸den Marokkos ausgeschildert ist, wurde im letzten Jahrhundert kaum benutzt und w‰re wohl heutzutage aufgrund der politischen Ereignisse unmˆglich zu befahren – von der Einsamkeit gar nicht zu sprechen. Die Piste entlang der Dhar TÓchÓt in Mauretanien ist ebenfalls eine mittelalterliche Handelsstrafle. Aufgrund ihrer vielen Brunnen wird sie auch heute noch von Karawanen benutzt. Die Hoggar-Piste, eine der klassischen Trans-Sahara-Pisten, die durch Tamanrasset und Agadez f¸hrt, gewann Ende des 19. Jahrhunderts an Bedeutung. Zu dieser Zeit kontrollierten die Osmanen mit der Strecke ¸ber das benachbarte Libyen den gesamten Handel in der Sahara. Um dieses Monopol (und auch die damit verbundenen Steuerzahlungen) zu umgehen, sicherten sich die Franzosen eine Alternativroute, die durch ihre eigenen Kolonien f¸hrte. Aufgrund der derzeitigen Situation in Nordalgerien wird die Hoggar-Piste heute nur selten von Touristen befahren (mehr dazu auf Seite 445).

In den letzten Jahren haben Gel‰nde-touren den Pisten in der Sahara wieder eine neue Bedeutung gegeben. Die ersten Overland-Reiseveranstalter haben bereits in den 60er-Jahren mit dem Motortourismus in der Sahara begonnen, und in den 80er-Jahren konnte Algerien einen regelrechten Boom verzeichnen, was teilweise der damals so beliebten Rallye ParisñDakar zu verdanken war. Die Unruhen im Norden Algeriens sowie der Aufstand in den Tuareggebieten bereiteten dem Sahara-Abenteuer-Tourismus ein Ende, gerade als Gel‰ndewagen mit Allradantrieb und ëDakarí-Enduromaschinen mehr und mehr in Mode kamen. Seitdem haben sich Mauretanien, S¸dtunesien, Libyen und sogar der Tschad mehr und mehr auf den W¸stentourismus eingestellt.

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Excerpts:

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