Die Sahara erstreckt sich über sieben Länder: Marokko mit der Westsahara, Mauretanien, Mali, Algerien, Niger, Libyen und Ägypten. Außerdem bedeckt sie die Hälfte des Sudan, des Tschad und Tunesiens. Das Reiseziel sollte von Zeit, Engagement und Erfahrung abhängig gemacht werden. Nicht alle diese Länder sind sichere Urlaubsziele, und man kann sie in zwei Kategorien einteilen: eine für Neulinge und Reisegruppen, und die andere für Individualreisende, die bereits Erfahrung mit Touren abseits der großen Straßen und in abgelegenen Gegenden vorzuweisen haben.
Sahara-Neulinge
Bei der Planung eines Urlaubs in der Sahara, sollten Sie sich zunächst die Michelin-Karte Nr. 953 für Nord- und Westafrika besorgen. Auf den ersten Blick werden Ihnen die Reisemöglichkeiten unbegrenzt erscheinen. Wüstenneulinge entscheiden sich oft für eine Route mitten durch die Wüste, von der man Abstecher zu interessant aussehenden Berglandschaften machen kann oder eine Abkürzung durch die Dünen nimmt. Untersucht man diese Möglichkeiten jedoch genauer, merkt man schnell, dass die Erforschung einer solchen Wildnis mit vielen Einschränkungen verbunden ist, und zwar sowohl geographischer als auch logisti-scher und politischer Natur.
Sie werden bald feststellen, dass sich der meiste Verkehr auf die etablierten Routen oder Pisten beschränkt. Bereits diese können Ihnen hinsichtlich der Navigation und Fahrtechnik zu schaffen machen. Die meisten Sahara-Reisenden haben von ihrem ersten Trip die eine oder andere Horrorstory zu erzählen. Obwohl viele von ihnen zu erstklassigen Anekdoten oder sogar zu Büchern geworden sind, ist es nicht sehr lustig, mit einem schlecht ausgerüsteten Fahrzeug zur falschen Jahreszeit mit lediglich einer Michelin Karte Nr. 953 in der Wüste stecken zu bleiben. Es ist wohl besser, die Sache etwas ruhiger anzugehen und sich nicht zu viel zuzumuten. Dieses Buch soll Ihnen dabei helfen, nur schöne Erinnerungen aus der Sahara mit nach Hause zu bringen.
REISEZIELE
Die folgenden Länder sind nach Schwierigkeitsgrad für Neulinge, die mit ihrem eigenen Fahrzeug unterwegs sind, aufgelistet. Hier wurden Kosten, Einreisemöglichkeit vom europäischen Festland, Bürokratie, Terrain und Sicherheit berücksichtigt. Mehr Informationen über diese Länder und genaue Routenbeschreibungen finden Sie ab Seite 372. Alle diese Länder, mit Ausnahme des Sudan, können mit einer organisierten Reisegruppe besucht werden. Man sollte sich jedoch nicht darauf verlassen, dass die Bedingungen und der Komfort in den etwas problematischeren Ländern so gut sind wie angekündigt.
Marokko
Marokko ist zweifellos das schönste und interessanteste Land in Nordafrika und bietet einem Sahara-Neuling die beste Einführung. Die Sahara berührt Marokko lediglich südlich des Atlasgebirges und nördlich der algerischen Grenze. Die Westsahara – die offiziell immer noch als Teil Marokkos gilt – ist reine Wüste und besteht hauptsächlich aus der Atlantischen Piste, die nach Mauretanien führt. Ansonsten ist dieses Gebiet nach wie vor mit Vorsicht zu genießen, bis das Polisario-Problem (siehe Seite 413) gelöst ist.
Die dramatischen Landschaftsszenarien südlich des schneebedeckten Hohen Atlas werden von einigen kurzen, klar definierten Pisten durchzogen. Die interessante bäuerlich geprägte Kultur der Berber im Verein mit den herrlichen Königsstädten verleiht dem Land das gewisse Etwas und macht es zum idealen Ort für einen Schnupperurlaub in der Sahara. Wenn Sie allerdings mehr an hohen Dünen und unendlich weiten Sandmeeren interessiert sind, sollten Sie lieber ein anderes Reiseziel wählen. Auch Nordmarokko kann sich für den unvorbereiteten Sahara-Touristen als absolute Hölle erweisen. Obwohl es schon schlimmer gewesen sein soll, können einen die aufdringlichen Schwarzhändler, Souvenirverkäufer und Kinder zum Wahnsinn treiben; die meisten Gebiete im Süden sind bei weitem nicht so schlimm. Nicht jeder empfindet dies als unerträgliche Belästigung, aber wenn Sie sich dadurch aus der Ruhe bringen lassen, könnte das Ihren Urlaub in diesem phantastischen Land verderben.
Dieses Buch konzentriert sich auf die Wüstengebiete im Süden. Dort sind die Menschen umgänglicher und die Berglandschaften sind genauso sehenswert wie in anderen Teilen der Sahara. Falls Sie unbedingt die Reize von Marrakesch und Fez (ebenso beeindruckend wie viele Pisten) erforschen wollen, sparen Sie diese vielleicht am besten für die Rückreise auf. Bis dahin sollten Sie sich an Land und Leute gewöhnt haben – und falls nicht, können Sie diese beiden anspruchsvollen Städte auch ein anderes Mal besuchen.
Tunesien
Tunesien hat sich ähnlich wie Marokko sehr an die westliche Welt angepasst, ist aber noch um einiges toleranter. Der Nachteil an Tunesien ist, dass die Fähre von Marseille oder Genua sehr teuer ist. Besucht man jedoch die Heimat von Kamelen und Nomaden, die Gegend südlich der Chott-Region, gelangt man zur östlichen Grenze des Grand Erg Oriental (Östliches Großes Sandmeer), was sicherlich eine der beeindruckendsten Wüstenlandschaften ist, die man sich vorstellen kann.
Leider ist diese südliche Gegend für den motorisierten Sahara-Touristen nicht gerade ideal. An der Hauptpiste entlang verläuft eine Pipeline, die zum südlichen Scheitelpunkt des Landes führt, und wenn Sie nicht bereit sind, sich in die unmarkierte Dünenlandschaft vorzuwagen, werden Sie hier nur kleine Touren finden, die verglichen mit den benachbarten Ländern wenig zu bieten haben. Der Grand Erg allerdings macht aus Tunesien das ideale Land für einen Kamelritt durch die Dünen. Die Preise und Infrastruktur für Touristen sind mit denen Marokkos vergleichbar – wenn nicht sogar besser – und sogar in den Städten wird man nur selten von Händlern und Kindern belästigt.
Mauretanien
Da Algerien immer noch ein Tabu für Touristen ist, bietet Mauretanien dem Sahara-Neuling die authentischste Begegnung mit der Wüste. Trotz der langen, eher monotonen Fahrt durch die Westsahara und das mühsame Überqueren der Grenze nach Nouâdhibou hat die mauretanische Sahara für den Besucher einiges zu bieten – und das alles ohne die Bürokratie, die es z.B. in Libyen gibt. Dieses Land ist immer noch relativ unberührt, d.h., man kann machen, was man will, ohne gleich an Militärkontrollen zu geraten oder einen Führer anheuern zu müssen (was jedoch auf manchen Routen ratsam ist).
Bedenkt man, dass Mauretanien ein islamisches Land ist, überraschen die Einwohner umso mehr. Die auffällige Präsenz und relative Freiheit der Frauen jeder Schicht ist unerwartet. Anders als in anderen arabischen Ländern wird hier offenherzig geflirtet, was für viele europäische Männer sehr verwirrend ist. Dies ist eine besondere Freude für alle Besucher, die normalerweise ein männlich geprägtes Bild dieser Länder gewöhnt sind.
Wenn Sie nicht nur die Sahara durchqueren wollen – die Atlantische Piste (Seite 410) gilt derzeit als die wichtigste Trans-Sahara-Route – dann sollten Sie die Adrar-Hochebene in der Nähe von Atâr und Chinguetti erforschen. Hier finden Sie eine Mischung aus Dünen, Plateaus und Überresten der tausend Jahre alten maurischen Kultur sowie Relikte, die noch aus sehr viel älterer Zeit stammen.
Hier werden Sie allerdings auch einen weniger angenehmen neuen Brauch kennen lernen: Die Dörfer verlangen hier eine Art Gebühr für die Durchreise. Dieser berühmt-berüchtigte Geschäftssinn der Mauren tut ihrer Beliebtheit bei den Trans-Sahara-Touristen allerdings keinen Abbruch. Die Rückkehr in den Norden nach Marokko ist eigentlich von den mauretanischen Behörden verboten, wird aber nach wie vor gemacht (siehe Seite 421). Neueste Informationen: www.sahara-overland.com/abenteuerhandbuch.
Mali
Dieses beliebte westafrikanische Land wird von den Medien im Westen gerne als „eines der ärmsten Länder der Welt” bezeichnet. Mali ist die Heimat von Timbuktu. Die Überreste dieser berühmten Stadt, die zwei Jahrhunderte lang ein Symbol für Einsamkeit und Unzugänglichkeit war, liegen nahe am Zenit des nördlichen Bogens des Flusses Niger, der in die Sahara führt. In Timbuktu gibt es nicht viel zu sehen, und obwohl die aufdringlichen Kinder unangenehme Erinnerungen hinterlassen können, ist es oft schon beeindruckend genug, sagen zu können, dass man in Timbuktu war – denn diese Stadt ist, egal aus welcher Richtung, nur äußerst schwierig zu erreichen (siehe Seite 571).
Außerdem gibt es in der malischen Sahara nördlich von Timbuktu kaum noch Pisten. Die Durchfahrt wird oft von den Behörden verboten und die verlassenen Spuren zu den trostlosen Salzminen von Taoudenni (an der ’52 jours’-Route nach Marokko) ziehen nur wenige Touristen an. Die einst beliebte Tanezrouft-Piste nach Algerien wird heutzutage kaum noch befahren, da man immer wieder von Überfällen auf Touristen hört. Genau wie Ägypten hat Mali aber außer der Sahara noch vieles mehr zu bieten.
Ägypten
Ägypten liegt am äußersten östlichen Rand der Sahara und nur wenige Touristen machen den weiten Weg dorthin für einen Wüstenausflug. Die Strecke in den Süden in den Sudan kann für Motorradfahrer, die mit der neuesten Wadi-Halfa-Fähre übersetzen, möglich sein; Fähren über den Nasser-Stausee gibt es zwar auch für Autos, rentieren sich allerdings erst ab sechs Fahrzeugen.
Zwischen dem Nil und der libyschen Grenze ist die westliche Wüste hinsichtlich Logistik und Bürokratie eine wahre Herausforderung. Wenn Sie sich nicht gerade über die libysche Grenze stehlen wollen, ist es am besten, wenn Sie mit einem einheimischen Reiseveranstalter und dessen Fahrzeugen auf Tour gehen. Die interessantesten Gebiete sind die Gilf-Kébir-Hochebene im Südwesten (der Standort der „Höhle der Schwimmer” aus dem Film „Der englische Patient”) und Jebel Uwainat, wo Ägypten, Libyen und der Sudan aufeinander treffen. In diesen Gegenden wurden bereits Ende der 20er-Jahre die Sandfahrtechniken erfunden, die noch heute angewandt werden.
Da es praktisch keine Brunnen gibt, wird dieser Teil Ägyptens so gut wie nie befahren – von Benzin ganz zu schweigen. Die Vegetation ist spärlich und nach Dakhla gibt es kein einziges Nomadenlager und schon gar keine Dörfer oder Kontrollpunkte. Das Fahren im Großen Sandmeer ist genauso schwierig wie in anderen Teilen der Sahara, da man große Mengen an Treibstoff und Wasser transportieren muss. Weniger problematisch sind Exkursionen zur altertümlichen Oase Siwa oder über die Große Wüstenstraße (heute asphaltiert), die sich vom Westen in Kairo nach Farafra und Luxor erstreckt. All dies erscheint jedoch verglichen mit den weltbekannten Altertümern Ägyptens als wenig interessant.
Libyen
Eine Gruppe vernünftiger Wüstenneulinge kann heutzutage die libysche Sahara ohne weiteres befahren, auch wenn viele Leute anderer Meinung sind. Die Zeiten der Propaganda von Terroristen und antiimperialistische Aggressionen sind vorbei. Libyen gilt heutzutage eher als gemäßigt und hat Algerien als Wüstenziel für Mitteleuropäer, die nur zwei Wochen Urlaub haben, ersetzt. Hier gibt es auch die beeindruckendsten Ruinen des Mittelmeers. Mit der Aufhebung der Sanktionen im Jahr 1999 ist das Land immer noch spottbillig, vorausgesetzt man tauscht auf dem Schwarzmarkt um. Da der offizielle unnatürlich hohe Wechselkurs sich langsam auf ein realistisches Niveau begibt, wird auch der organisierte Tourismus in diesem Land rapide ansteigen.
Libyen unterscheidet sich von anderen Sahara-Ländern dadurch, dass die Wüsteninfrastruktur hier weit besser entwickelt ist. Wasser, Öl und militärische Einrichtungen bringen zahlreiche und manchmal verwirrende Spuren hervor, von denen nicht alle auf den neuesten Karten eingezeichnet sind. Minenfelder aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Krieg mit dem Tschad, die sich an der östlichen und südlichen Grenze befinden, verleihen solch einer Off-Road-Expedition allerdings eine eher unwillkommene Note (mehr darüber auf Seite 337).
Die malerischen und prähistorischen Wunder des Fezzan im Südwesten bilden das Highlight dieser klassischen Tour, die auf Seite 492 genauer beschrieben wird. Routen im Osten des Landes sind länger, einsamer und anstrengender.
Es ist heute endlich erlaubt, die südlichen Grenzen von Libyen nach Algerien (Djanet), Niger (Dirkou) und Tschad (Zouar) zu überqueren. Dies ist zwar bereits seit Jahren möglich, allerdings können nun auch Nichtafrikaner nach Libyen vom Süden her einreisen – eine wirkliche Verbesserung. Es kann zwar sein, dass man kostspielige Führer anheuern muss oder in Algerien oder im Niger von Schmugglern dazu angehalten wird, Libyens subventionierte Produkte zu exportieren, doch ist das nicht halb so gefährlich, wie es sich anhört.
Niger
Wenn einen das Sahara-Fieber erst einmal erwischt hat, ist es ein Muss, das Aïr-Gebirge im Nordosten des Nigers, die Ténéré-Wüste und die Djado-Hochebene zu besuchen. Dieses Gebiet ist die Heimat der Tuareg und der Tubu. Es war Anfang der 90er-Jahre von der Außenwelt abgeschnitten, als die Aufstände dieser nomadi-schen Minderheiten den Trans-Sahara-Verkehr durch den Niger zum Stillstand brachten. Heutzutage ist diese Gegend wieder sicherer und die Ténéré – die „Wüste der Wüsten“ in der Sahara – kann wieder befahren werden. Teure offizielle Führer sind Pflicht, da sogar manchmal Einheimische in dem Gebiet, das so groß wie Frankreich ist, ihr Leben lassen müssen. Aus diesem Grund ist ein Urlaub hier nicht gerade billig. Die Anreise erfolgt entweder mutig durch Algerien, auf der ‚Marlboro-Piste‘ von Libyen her (Seite 566), über Mauretanien oder sogar über den Tschad. Wenn Sie jedoch diesen Teil der Sahara von Ihrem Reiseplan streichen, werden Sie das Beste an der Wüste versäumen.
Da es hier immer noch häufig vorkommt, dass Autos von Banditen gestohlen werden, ist eine organisierte Tour mit einer Reisegruppe ratsam. Einige Reiseveranstalter in Frankreich, Italien und Deutschland bieten zwei- oder dreiwöchige Touren durch die Ténéré an. Für ca. 155 Euro pro Tag alles inklusive sind diese Touren zwar nicht billig, geben Ihnen aber die Möglichkeit, die Ténéré in Ruhe und ohne Stress genießen zu können.
Algerien
In den 80er-Jahren bot Algerien zwei herausfordernde, jedoch nicht allzu schwierige Routen durch die Sahara: die platte 1.000 Kilometer lange Tanezrouft-Piste, die am Niger endet, und die kürzere, jedoch etwas schwierigere Hoggar-Piste nach Agadez. Als Anfang der 90er-Jahre die politischen Unruhen im Norden des Landes begannen und die Tuareg-Aufstände in der Wüste zunahmen, kamen der Tourismus und der Verkehr auf diesen beiden Strecken über Nacht zum Stillstand.
Seither wurde die Atlantische Piste durch Mauretanien eröffnet und die beiden klassischen Trans-Sahara-Routen werden heute kaum noch von Touristen befahren. In der letzten Zeit scheint sich die Situation im Norden beruhigt zu haben, jedoch wird immer noch bezweifelt, dass Südalgerien sicher ist, obwohl ein paar mutige Touristen sich nun wieder in diese Gegend wagen. Wenn man von Tunesien nach El Oued oder von Ghat in Libyen einreist, befindet man sich bereits in einer der schönsten Gegenden der Sahara, die erstklassige prähistorische Kunstwerke zu bieten hat: Hier befindet sich das Hoggar-Gebirge bei Tamanrasset und die Hochebene des Ajjer-Tassili nördlich von Djanet. Tassili-Touren haben in der Saison 2001 wieder begonnen. Dazu kann man einen Direktflug nach Djanet buchen, wo neue Hotels und Reiseveranstalter auf die Ankunft der Touristen warten. Obwohl es für diese Behauptung noch etwas früh ist, kann Algerien möglicherweise bald wieder für Touristen zugänglich sein.
Tschad
Im Norden des Tschad taucht man in einen unberechenbaren und manchmal sogar gefährlichen Teil der Sahara ein. Selbst zu ihren besten Zeiten sind das Tibesti-Gebirge und das Ennedi-Hochland im Tschad nicht gerade Reiseziele für den gewöhnlichen Touristen; für Hartgesottene ist diese Gegend allerdings eine Herausforderung, der man nur schwer widerstehen kann.
Mit dem richtigen Fahrzeug, genug Erfahrung und guten Nerven bieten Ihnen die spektakulären Tibesti- und Ennedi-Gebirge und die noch relativ unbekannte Kultur der Tubu (siehe Seite 359) ein unvergleichliches Abenteuer. Wenn Sie mit Ihrem eigenen Fahrzeug unterwegs sind, könnte es schwierig werden, sich in Ruhe umzusehen. Oft wird man von teuren und manchmal überflüssigen Führern, nervösen Soldaten oder den Behörden von Dorf zu Dorf gejagt. Aus diesem Grund ist es, noch mehr als im Niger, ratsam, sich einer organisierten Tour anzuschließen, da man auf diese Weise die Region richtig sehen kann und nicht nur sagen kann: „Ich bin durchgefahren.” Im Winter 1999/2000 waren alle Touren abgesagt, da die Aufstände im Tibesti die Regierung im Süden des Landes bed-rohten.
Sudan
Seit zwei Jahrzehnten wird der Sudan vom Bürgerkrieg heimgesucht, was dem Tourismus in diesem einst freundlichen Land ein Ende bereitet hat. Was dort allerdings immer noch existiert, ist eine unerträgliche Bürokratie. Viele Leute erreichten den Sudan, indem sie den Zuggleisen oder gar dem Nil vom Wadi Halfa aus folgten. Die unbevölkerte Nubische Wüste oder die wenig bekannten Oasen im Nordwesten, die über den südlichen Sektionen der Darb el Arbain (siehe Seite 527) oder des Wadi Howar liegen, sind noch relativ unbekannt und werden es in den kommenden Jahren wohl auch bleiben.
Die meisten Leute kommen aus dem Süden von Äthiopien oder Eritrea, fin-den allerdings die Einreise nach Ägypten eher schwierig (zumindest mit dem Auto), obwohl es im Prinzip nur geradeaus geht. Alles, was Sie dann von der sudanesischen Sahara sehen, ist die L-förmige Transitstrecke vom Osten zur Hauptstadt und hoch bis zum Wadi Halfa. Die Einreise vom Tschad im Westen ist schwierig, jedoch machbar. Theoretisch möglich ist neuerdings auch die Einreise von Libyen südlich von Kufra, allerdings nur wenn man den Lastwagenspuren nach El Atrun und weiter folgt.
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